Impulse für den Handel – bio, fair, innovativ. Lebensmittelhandel – quo vadis?

Christof Kastner, CEO der Kastnergruppe, bei seinem Vortrag
Christof Kastner, CEO der Kastnergruppe, bei seinem Vortrag

Das Landesgremium des Lebensmittelhandels führte am 9. März eine Veranstaltung für den Bio-Fachhandel durch. Dazu wurden auch Vertreter der Bio-Landwirtschaft und des produzierenden Gewerbes eingeladen.  Eine hochkarätige Zusammensetzung von Vortragenden konnte rund 100 Teilnehmer ansprechen. Aufgrund des starken Interesses wird die WKNÖ eine weitere Bio-Handel Netzwerk-Veranstaltung mit dem Moderator und Mitorganisator Stefan Keller "INBE - Network of Change" durchführen.

Christof Kastner von der Kastner Gruppe ging in seinem Bericht auf die verschiedenen Strukturen des konventionellen Lebensmittelhandels als auch des biologischen Handels ein. Hier hat die Kastner Gruppe mit der Firma Biogast als auch mit anderen Anbietern wohl ein Asset in der Hand, da sie durch die vielen Standorte eine kostengünstige Logistik bereitstellen kann.

Christof Kastner ging auch auf die Trends wie Digitalisierung und Novel-Food ein. Mit www.myproduct.at, als auch mit der Möglichkeit, Lebensmittel im 3D-Druck-Verfahren herzustellen, ist Kastner hier sicher ein Vorreiter in der Branche. Weitere digitale Trends wie Tagging, Blockchaining, oder Chatbots wurden durch Christof Kastner ebenfalls erläutert.

Anschließend ging Florian Mayer von der AgroVet Certification-Stelle auf den „Label-Salat“, der die vielen Zertifizierungen und Darstellungen im österreichischen Handel betrifft, ein. Er führte die gesetzlichen Ansprüche und die Vorgaben der Handelsmarken aus. Jedenfalls notwendig ist das Bio-Zeichen der europäischen Union mit der Darstellung eines Blattes auf grünem Hintergrund.

Franz Rauchenberger, GF des Landesgremiums, erläuterte die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Nebenrechte, die einem Lebensmittelhändler zur Verfügung stehen. Diese sind durchaus weitreichend und es können durch den Lebensmittelhändler viele Speisen auf einfache Art verabreicht werden. Hauptkriterium ist, dass nicht mehr als 8 Verabreichungs-plätze bei einem Lebensmittelhändler zur Verfügung gestellt werden.

Johann Stixenberger von den Hoflieferanten aus Waidhofen/Ybbs berichtete über die Entwicklung des Betriebs, der aus mehreren landwirtschaftlichen Betrieben besteht. Derzeit sind 3 Standorte vorhanden. In diesen werden auch Speisen angeboten und hiermit der Erhalt als regionaler Nahversorger gesichert.

Verena Auberger von Bio Austria -Interessensvertretung der landwirtschaftlichen Bio-Betriebe-  berichtete über ihre Studie zum Bio-Fachhandel in Wien. Diese wurde kontrovers diskutiert, da laut dieser Diplomarbeit vor allem ältere Personen stark den Bio-Fachhandel in Wien aufsuchen. Auch ihre Handlungsempfehlungen zur Kombination der Themen Bio, Gesundheit, Regionalität und Saisonalität mit dem Geschäftsimage des nachhaltigen Konsums führte zu anregenden Diskussionen der Teilnehmer.

 

Anschließend konnten Ernst Halbmayr von den Hof-Lieferanten, Rainer Neuwirth von myproduct GmbH sowie Diethold Schaar, Inhaber des Landhotels Yspertal, über ihre Erfahrungen im Bereich lokaler Kooperationen mit Landwirten und der regionalen Entwicklung im ländlichen Raum berichten.

 

Gerhard Zoubek vom Adamah Biohof in Glinzendorf beendete die Veranstaltung mit einem kurzen Motivations-Referat zu Qualität und vor allem Authentizität sowie zu einer nachhaltigen enkeltauglichen Wirtschaft, die die Grundlagen der Ernährung für die Menschen auch in Zukunft sichert.